Marie Born
Zugehörigkeit und Identität indonesischer Migrant:innen in Deutschland
august 2026, 96 s., kart., format 225 x 155 mm
isbn 978-3-911679-12-1
reihe Das regionale Fachbuch
auch als ebook (PDF) erhältlich
Was bedeutet es dazuzugehören, wenn sich das eigene Leben zwischen verschiedenen Ländern, Kulturen und sozialen Ordnungen bewegt? Diese Studie untersucht die Erfahrungen indonesischer Migrant:innen in Deutschland und zeigt Migration als tiefgreifenden Prozess, in dem Identität, Zugehörigkeit und soziale Beziehungen immer wieder neu ausgehandelt werden.
Auf Grundlage ethnografischer Interviews und teilnehmender Beobachtung analysiert Marie Born, wie Zugehörigkeit im Alltag erlebt, infrage gestellt und gestaltet wird. Im Zentrum steht der Belonging-Ansatz nach Yuval-Davis, der Zugehörigkeit als dynamischen und von Machtverhältnissen geprägten Prozess versteht.
Die Ergebnisse zeigen: Zugehörigkeit ist kein stabiler Zustand. Gefühle von „Zuhause“ bleiben ambivalent, soziale Einbindung hängt von Sprache, Netzwerken und Anerkennung ab, während gesellschaftliche Normen bestimmen, wer dazugehört – und wer nicht. Besonders Rassismuserfahrungen erweisen sich als zentrale Grenzen von Zugehörigkeit.
Anhand analytischer Identitätstypen macht das Buch unterschiedliche Formen sichtbar, in denen Migrant:innen Zugehörigkeit entwickeln und gestalten. Es eröffnet damit eine Perspektive auf Migration jenseits von Verlust und Anpassung: als alltäglichen Prozess, in dem Identität, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Bedingungen fortlaufend neu ausgehandelt werden.